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Die Zukunft zum Anfassen: Der KI-Showroom für das Handwerk
© Handwerkskammer Hamburg
Was passiert, wenn Handwerk und künstliche Intelligenz (KI) aufeinandertreffen? Im KI-Showroom in Hamburg wird aus Theorie echte Erfahrung. Hier entdecken Handwerkerinnen und Handwerker, wie digitale Tools den Arbeitsalltag erleichtern – und wie KI längst vom Trend zum Werkzeug geworden ist.
Im neuen interaktiven KI-Showroom in Hamburg können Handwerkerinnen und Handwerker KI hautnah erleben. Hier treffen Werkbank und Zukunftstechnologie aufeinander – praxisnah und mit echtem Aha-Effekt. Ob in einer Tischlerei, einer Bäckerei oder in einem Sanitätsbetrieb: Viele alltägliche Aufgaben lassen sich inzwischen mit KI-gestützten Tools schneller, einfacher und oft sogar präziser erledigen. Der Showroom zeigt, wie diese Technologien zu den Abläufen im Betrieb passen – nicht umgekehrt.
Der Showroom ist ein gemeinsames Projekt des EDIH Hamburg, der Digi-BIT und des Mittelstand-Digital Zentrums Hamburg. Er zeigt, wie KI schon heute den Handwerksalltag verändert, ganz ohne komplizierte Technik. Statt Theorie steht das Ausprobieren im Mittelpunkt: An interaktiven Stationen lernen die Besucherinnen und Besucher, wie intelligente Tools Prozesse vereinfachen, Kommunikation verbessern und Kreativität fördern können.
KI erleben statt nur darüber reden
Ob im Büro, in der Werkstatt oder auf der Baustelle – die Beispiele im Showroom stammen alle aus realen Handwerksbetrieben. So erleben Teilnehmende an verschiedenen Erlebnisstationen, wie KI schon jetzt Aufgaben aus dem Unternehmensalltag übernehmen kann:
- Digitale Telefonassistenz: nimmt Anrufe entgegen, beantwortet Fragen und bucht Termine automatisch – ideal für Betriebe, die ihre Erreichbarkeit verbessern möchten, ohne ständig ans Telefon zu müssen.
- Der Recruiting-Chatbot führt Bewerbergespräche, gibt Auskunft zu Ausbildungsplätzen und entlastet das Büro bei der Nachwuchsgewinnung.
- Mit einer KI-gestützten Visualisierungsplattform lassen sich Wandfarben, Böden oder Möbel virtuell austauschen – ein echter Vorteil für Beratung und Planung, besonders bei Kundenterminen.
- Die Aufmaß-App vermisst Räume über Fotos und erstellt direkt Kostenschätzungen – das spart Zeit auf der Baustelle und reduziert Nacharbeit.
- Das Bilderkennungssystem für den Werkzeugkoffer prüft, ob alle Werkzeuge vollständig sind – ideal für Werkstätten, Baustellen oder Schulungsbetriebe.
- Die KI-gestützte Designlösung hilft bei der schnellen Gestaltung von Flyern, Social-Media-Beiträgen oder Angeboten – ganz ohne Grafikkenntnisse, aber mit professionellem Ergebnis.
- Eine interaktive Lernstation zeigt spielerisch, wie wichtig Datensicherheit und der richtige Umgang mit KI-Systemen sind – praxisnah vermittelt mit einem virtuellen Avatar.
- Mit dem Service-Chatbot erleben Betriebe, wie sie Kundinnen und Kunden rund um die Uhr digitale Auskunft geben können – DSGVO-konform und ohne Vorkenntnisse.
- Der Wissens- und Dokumentenassistent demonstriert, wie man aus Betriebsunterlagen, Handbüchern oder PDF-Dokumenten ein eigenes digitales Wissenssystem erstellt – praktisch für Wartung, Schulung oder Projektplanung.
Jede Station steht für ein reales Einsatzfeld, in dem die KI Routineaufgaben abnimmt oder kreative Arbeit unterstützt. Die Teilnehmenden können die Anwendungen selbst testen, vergleichen und erleben, wie sie sich in den eigenen Betrieb integrieren lassen.
Gerade für kleine Betriebe ist entscheidend, dass die vorgestellten Lösungen praxisnah, kostengünstig und ohne Programmierkenntnisse nutzbar sind. Viele Anwendungen laufen direkt im Browser oder auf dem Smartphone. So können Handwerkerinnen und Handwerker selbst ausprobieren, wie KI ihre Arbeit unterstützt – etwa bei Planung, Dokumentation, Angebotserstellung oder Kundenkommunikation.
Und das Beste: Alles, was gezeigt wird, ist sofort oder mit kleineren Anpassungen einsetzbar. Kein Labor, kein Prototyp – sondern Werkzeuge, die den Arbeitsalltag wirklich erleichtern.
Ein Raum voller Ideen
„KI ist kein Hype, sondern längst ein Werkzeug für den Arbeitsalltag“, betont Friedemann Masur vom EDIH Hamburg, der den Showroom mitentwickelt hat. Viele Betriebe starten klein – mit Chatbots oder automatischer Texterstellung. Der Showroom knüpft genau hier an und hilft, den Einstieg greifbar zu machen, ohne Risiko und mit erkennbarem Nutzen.
KI wird hier nicht als Experiment, sondern als Lösung für den Handwerksalltag gezeigt.
Der Ansatz kommt an: Nach der erfolgreichen Premiere der ersten KI-Werkstatt im letzten Jahr wurde das Konzept 2025 erweitert. So ist die Teilnehmerzahl deutlich gestiegen. Das zeigt, dass das Interesse am Thema KI auch in der Branche Handwerk immer weiter wächst.
KI zum Anfassen – vom Ausprobieren zur Anwendung
Neben dem Erleben spielt auch der Wissenstransfer eine wichtige Rolle. Digitale How-to-Guides zeigen, wie Betriebe KI selbst einführen können – ohne große Investitionen. Der Showroom macht deutlich, dass KI keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern ein Baustein moderner Betriebsführung. Mehrere Betriebe arbeiten inzwischen an eigenen Projekten – von automatisierten Textvorschlägen bis hin zu KI-gestütztem Möbeldesign.
Der neue Showroom bringt Betriebe, Forschung und Digitalexperten zusammen. In der Zusammenarbeit von Handwerkskammer, Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg und EDIH Hamburg entstehen Synergien, die den Technologietransfer nachhaltig fördern.
Wer mehr aus KI herausholen möchte, kann über das Netzwerk von EDIH und Mittelstand-Digital individuelle Unterstützung erhalten, von der Auswahl passender Tools bis zur Umsetzung im Betrieb. Der Austausch zeigt: Viele Herausforderungen ähneln sich – gemeinsam findet man Lösungen.
Ein Blick nach vorn
Künftig sollen KI-Sprechstunden und Konvoi-Workshops das Format ergänzen, damit Betriebe gezielter in die Umsetzung gehen können. Auch eine digitale Version des Showrooms ist in Planung, um Inhalte bundesweit zugänglich zu machen.
Weitere Informationen
Die KI-Werkstatt 2025 ist Teil des europäischen Projekts EDIH Hamburg, das Unternehmen bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien unterstützt.
Der Showroom dient nicht nur als Lernort für Handwerksbetriebe, sondern auch als Best-Practice-Beispiel für Multiplikatoren, die ähnliche Formate planen oder betreuen.
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