DIGITALISIERUNG
Unsichtbare Kosten sichtbar machen – kostenloses Energieaudit-Training für KMU
© Larisa Markov (erstellt mit KI)
Oft laufen Pumpen, Druckluftanlagen oder Heizluftsysteme im Dauerbetrieb. Aber ist das immer notwendig? Energieaudits machen unsichtbare Kosten sichtbar und zeigen, wo Unternehmen sparen können. Das Selbstlernangebot des Mittelstand-Digital Zentrums Chemnitz vermittelt, wie versteckte Energieverluste erkannt werden können.
Energieaudit verstehen: Selbstlernangebot für KMU
Ein Energieaudit ist eine Untersuchung des Energieverbrauchs eines Unternehmens, um energetische Einsparpotenziale zu identifizieren und die Energieeffizienz systematisch zu steigern. Der Prozess eines Energieaudits in kleinen und mittleren Unternehmen wird unter anderem über die europäische Norm DIN EN 16247-1 geregelt. Wie ist diese Norm anzuwenden? Das kostenlose Selbstlernangebot des Mittelstand-Digital Zentrums Chemnitz zeigt Schritt für Schritt, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein Energieaudit optimal vorbereiten und begleiten können. Es vermittelt den Nutzenden fundiertes Wissen über den Ablauf nach DIN EN 16247-1 und bereitet Unternehmen auf die effiziente Zusammenarbeit mit qualifizierten Fachleuten für Energieaudits vor.
Rechtlicher Kontext – wer muss, wer kann?
Das Angebot orientiert sich an aktuellen gesetzlichen Vorgaben wie dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) und dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG). Während große Unternehmen (Nicht-KMU) laut EDL-G alle vier Jahre ein Energieaudit durchführen müssen, setzt das EnEfG zusätzlich auf Verbrauchsgrenzen: Ab 2,5 GWh Jahresverbrauch wird ein Energie- oder Umweltmanagementsystem verpflichtend. Gerade wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, lohnt sich ein freiwilliges Energieaudit umso mehr: Es schafft Transparenz, spart Kosten und kann die Basis für Fördermittel oder strategische Entscheidungen bilden.
In sieben Schritten systematisch erklärt
Das Selbstlernangebot erklärt den Ablauf eines Energieaudits in sieben verständlichen Schritten – vom einleitenden Kontakt über die Auftakt-Besprechung, Datenerfassung und Vor-Ort-Begehung bis hin zu Analyse, Berichtserstellung und Abschlussbesprechung. Nutzende (oder Anwendende?) lernen, welche Rolle das Unternehmen in jeder Phase spielt und welche Aufgaben damit verbunden sind. Neben der Bereitstellung von Energierechnungen gehören dazu beispielsweise auch die Produktionsdaten oder die Begleitung der Anlagenbegehung. Bei der Vorbereitung unterstützen praktische Checklisten und Beispieldokumente.
Von technischen bis zu verhaltensbezogenen Maßnahmen
Ein Energieaudit deckt oft überraschende Schwachstellen auf: etwa Maschinen, die auch in Pausen weiterlaufen, oder Lüftungsanlagen, die nachts ununterbrochen arbeiten. Das Selbstlernangebot zeigt, wie Unternehmen daraus gezielte Maßnahmen ableiten und systematisch bewerten können – technisch (z. B. spart LED-Umrüstung 30 – 70 Prozent Strom, Wärmerückgewinnung 10 – 30 Prozent Heizenergie), organisatorisch (z. B. Wartungszyklen, Lastmanagement) oder verhaltensbezogen (z. B. bewusstes Abschalten, Türen schließen).
Ein interaktives Quiz am Ende des Selbstlernangebots gibt die Möglichkeit, das neue Wissen direkt zu testen.
Jederzeit kostenlos verfügbar
Das Selbstlernangebot Energieaudit ist jederzeit online abrufbar und lässt sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren. Es eignet sich auch für Projekte zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden.
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